Den Wirtschaftsplan der WEG verstehen

Sei es ein Einfamilienhaus oder ein Gebäude mit mehreren Stockwerken – eine Immobilie zu unterhalten kostet Geld. Wenn mehrere Parteien Eigentümer sind, teilen diese sich natürlich die Kosten für die Bewirtschaftung. Damit die Zahlungen gerecht und für alle transparent sind, gibt es den Wirtschaftsplan für die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG).

Hausgeld, Instandhaltungsrücklage, Jahresabrechnung – eine WEG bringt Rechte als auch Pflichten mit sich. Wer Besitzer einer Eigentumswohnung ist, muss sich zuerst einmal mit vielen neuen Begrifflichkeiten vertraut machen. Denn in einer Eigentümergemeinschaft wird vieles demokratisch entschieden, vor allem, wenn es um die Ausgaben für den Unterhalt der Immobilie geht. Der Wirtschaftsplan der WEG spielt dabei eine entscheidende Rolle.

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Was ist ein Wirtschaftsplan einer WEG?

Der WEG-Wirtschaftsplan ist die Planung für das gesamte Wirtschaftsjahr, meistens der gleiche Zeitraum wie ein Kalenderjahr. Das Dokument enthält alle geschätzten Kosten, die für den Unterhalt der Immobilie entstehen werden. Dazu gehören zum Beispiel der Hausstrom, Kosten für den Winterdienst oder die Instandhaltungsrücklage. Auf Basis des Wirtschaftsplans der WEG wird das Hausgeld errechnet. So wird die monatliche Vorauszahlung der Wohnungseigentümer genannt.

Den Wirtschaftsplan der WEG erstellen die Hausverwalter, um die Lasten und Kosten für das kommende Jahr zu planen. In der Eigentümerversammlung können die Eigentümer dann über den Entwurf abstimmen. Manchmal kommt es im Laufe der Erstellung zu einer Anfechtung des WEG-Wirtschaftsplans, etwa wenn er gegen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Verwaltung verstößt und die Kosten wesentlich zu hoch oder zu niedrig angesetzt sind.  

Welche Vorteile bringt der Wirtschaftsplan einer WEG?

Der Wirtschaftsplan ist für die WEG ein wichtiger Fahrplan für das kommende Jahr. Daraus ist abzulesen, welche Ausgaben im Wirtschaftsjahr auf alle zukommen werden. Spontane Kosten natürlich nicht mitgerechnet.

Für die Berechnung nutzt der Wohnungseigentumverwalter (WEG-Verwalter) die letzte Jahresabrechnung sowie die Prognosen zu den zukünftigen Ausgaben. Da es kaum möglich ist, eine exakte Prognose zu treffen, wird es am Jahresende immer zu einer Rückerstattung oder Nachzahlung kommen. In der Jahresabrechnung stellt der Verwalter die tatsächlichen Ausgaben dem Wirtschaftsplan gegenüber und rechnet so mit den Eigentümern das Hausgeld ab. 

Ist der Wirtschaftsplan für die WEG verpflichtend?

Die Erstellung des Wirtschaftsplans der WEG ist eine der Aufgaben des WEG-Verwalters im Rahmen des Immobilienmanagements. Im § 28 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) ist klar geregelt, dass der Wirtschaftsplan eine Pflicht des Verwalters ist und folgende Punkte enthalten muss:

  • Voraussichtliche Einnahmen und Ausgaben im Rahmen der Bewirtschaftung des Gemeinschaftseigentums
  • welchen Anteil die Wohnungseigentümer an den Kosten für den Unterhalt des Gebäudes tragen auf Basis der 17 in der Betriebskostenverordnung (BetrVK) genannten Kostenarten
  • den Anteil der Wohnungseigentümer an der Instandhaltungsrücklage

Bedenken Sie, dass sich der Wirtschaftsplan der WEG ausschließlich auf das Gemeinschaftseigentum bezieht. Es ist ratsam, auch für Ihr Sondereigentum eine Planung für künftige Ausgaben zu erstellen. Als Spezialist für die Sondereigentumsverwaltung unterstützen wir Sie bei allen Angelegenheiten rund um Ihre Eigentumswohnung. Dazu zählt auch die Aufstellung der Positionen des Hausgeldes, die Sie auf Ihren Mieter umlegen können.

Welche Form muss der Wirtschaftsplan der WEG haben?

Der Wirtschaftsplan der WEG muss den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung entsprechen, sowie klar und übersichtlich sein. Professionelle Hausverwaltungen arbeiten mit speziellen Software-Programmen, um sowohl die Jahresabrechnung als auch den Wirtschaftsplan zu erstellen. Das gleiche Layout macht es deutlich einfacher für die Eigentümer die Dokumente zu lesen, zu verstehen und miteinander zu vergleichen.

Wenn Ihnen das Format des Wirtschaftsplanes unverständlich ist, lohnt es sich, Rückfragen zu stellen. Gern helfen auch wir Ihnen dabei, den Plan zu überprüfen und übernehmen die Kommunikation mit Ihrem WEG-Verwalter.

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Was ist eine WEG überhaupt?

In einer Wohnungseigentümergemeinschaft gibt es drei Formen des Eigentums: Gemeinschaftseigentum, Sondereigentum, Teileigentum. Die Gemeinschaft umfasst alle Wohnungsbesitzer (Sondereigentum), Teileigentum (zum Beispiel Ladenlokale oder Gewerberäume) sowie gemeinschaftlich genutzte Teile. Ein Vertrag, genannt Teilungserklärung, regelt die Eigentumsverhältnisse.

Da der Wirtschaftsplan der WEG als Berechnungsgrundlage für das Hausgeld dient, ist es für Sie als Wohnungseigentümer besonders wichtig, alle Positionen zu kennen und zu verstehen. Achten Sie darauf, dass die WEG-Hausverwaltung den Plan in einem verständlichen Layout erstellt und fragen Sie notfalls nach. Wir unterstützen Sie kompetent und zuverlässig.

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