Die Jahresabrechnung der WEG – schauen Sie genau hin!

Einmal im Jahr wird abgerechnet: Mit der Jahresabrechnung der WEG erfahren Sie als Wohnungseigentümer, ob Sie Geld zurück bekommen oder nachzahlen müssen. Im Zweifel prüfen wir für Sie, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Was genau eine Jahresabrechnung ist und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier. 

Was ist eine Jahresabrechnung der WEG

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Im Grunde ist es ähnlich wie mit der Steuer: Monatlich zahlen Sie mit dem Hausgeld oder auch „Wohngeldvorauszahlung“ einen Betrag auf das Konto der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Dieser Betrag wird von der WEG-Verwaltung Anfang jeden Jahres mit dem Wirtschaftsplan festgelegt und beruht auf einer Prognose.

Sind die tatsächlichen Kosten im Wirtschaftsjahr niedriger als vorausgesagt, bekommen Sie Geld zurück, sind die Kosten höher, müssen Sie nachzahlen. Kommt es zu einem Eigentümerwechsel, schuldet der Eigentümer der Verwaltung das zu zahlende Hausgeld nur bis zum Eigentümerwechsel. 

In der Jahresabrechnung der WEG werden also Einnahmen und Ausgaben bilanziert. Die Jahresabrechnung setzt sich zusammen aus der Gesamtabrechnung und aus den Einzelabrechnungen jedes Eigentümers.

Die WEG-Verwaltung muss diese nach Ablauf des Wirtschaftsjahres zeitnah – bis spätestens sechs Monate danach – erstellen und den Eigentümern auf der Eigentümerversammlung vorlegen. Diese wird von der WEG bestenfalls per Beschluss angenommen. 

So geschehen: Ein Kunde von uns erhielt, wie üblich, die Jahresabrechnung per Post. Bei der Durchsicht fiel ihm ein Ausgabeposten für eine Renovierung des Hausflures auf, welche bereits im letzten Kalenderjahr stattgefunden hatte und bereits mit der letzten Abrechnung abgegolten war. Nachdem die WEG-Verwaltung auf seine Nachfrage nicht reagierte, wandte er sich damit an uns. Nach einer Prüfung durch unsere Rechtsanwälte konnten wir die Unstimmigkeit mit einem Schreiben an die WEG-Verwaltung klären. Die Jahresabrechnung wurde überarbeitet und die Eigentümer erhielten einen Teil der Nachzahlung zurück.  

Was sagt eine Jahresabrechnung über die WEG-Verwaltung aus?   

Ergibt die Jahresabrechnung nur geringe Nachzahlungen oder sogar Rückerstattungen für die Eigentümer, hat der WEG-Verwalter, das Immobilienmanagement der WEG oder das kaufmännische Gebäudemanagement einen realistischen Wirtschaftsplan aufgestellt und wahrscheinlich einen guten Job gemacht. 

Tipp: Vor dem Kauf einer Eigentumswohnung lohnt sich nicht nur ein Blick in die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen, sondern auch eine Prüfung der letzten Jahresabrechnungen. So erkennen Sie eine seriöse Hausverwaltung. Wir unterstützen Sie gern dabei.

Sind größere Nachzahlungen fällig, wird die Verwaltung wahrscheinlich den Wirtschaftsplan für das nächste Jahr anpassen und das Hausgeld erhöhen. Das muss jedoch nicht unbedingt auf schlechte Planung schließen lassen, sondern kann auch mit unvorhergesehenen Ausgaben oder Ereignissen zusammenhängen. 

Als Eigentümer erhalten Sie die Jahresabrechnung für die WEG auch per Post.

Was beinhaltet die Jahresabrechnung der WEG? 

Das ist die Rechtslage: Gemäß § 28 Absatz 3 WEG ist der Verwalter der WEG verpflichtet, nach Ablauf des Kalenderjahres eine Jahresabrechnung für die Wohnungseigentümergemeinschaft zu erstellen. Das Format ist dabei zwar nicht festgelegt, dafür jedoch einige zwingende Bestandteile. 

Bestandteile, die eine Jahresabrechnung einer WEG laut Gesetz zwingend enthalten muss, sind folgende: 

  • eine Darstellung der Entwicklung der Instandhaltungsrücklage im Verlauf des Wirtschaftsjahres
  • eine Übersicht über die Ausgaben und Einnahmen der WEG im gesamten Wirtschaftsjahr
  • Einzelabrechnungen für jeden Wohnungseigentümer (inklusive Verteilungsschlüssel)

Die Jahresabrechnung muss außerdem bestimmten Anforderungen genügen. So dürfen nur tatsächlich entstandene Aus- und Einnahmen abgerechnet werden und die Aufstellung der Aus- und Einnahmen muss übersichtlich, fehlerfrei und nachvollziehbar sein. 

Das bedeutet die Jahresabrechnung Ihrer WEG für Sie als Wohnungseigentümer

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Besonders interessant ist für Sie die Einzelabrechnung: Darin erfahren Sie, ob Sie Geld erstattet bekommen oder nachzahlen müssen. 

Die Höhe Ihrer Beteiligung an den Kosten der WEG berechnet sich – wenn kein anderer Verteilungsschlüssel beschlossen wurde – aus Ihren Miteigentumsanteilen am Gemeinschaftseigentum. Zahlen dazu finden Sie in der Jahresabrechnung. 

Tipp: Haben Sie Fragen zur Jahresabrechnung Ihrer WEG, dann stellen Sie diese auf der Eigentümerversammlung. Jede seriöse Verwaltung wird sich bemühen, diese zu beantworten. Sie haben außerdem das Recht, die Verwaltungsdokumente der WEG-Verwaltung einzusehen.

Haben Sie Fragen zur Jahresabrechnung, die Ihnen von Ihrer WEG-Verwaltung nicht zufriedenstellend beantwortet wurden, helfen wir Ihnen gerne weiter.  

Bei Bedarf prüfen wir die Jahresabrechnung auf Plausibilität. Stimmt etwas nicht – wird beispielsweise das Hausgeld ohne ersichtlichen Grund ständig erhöht – suchen wir das Gespräch mit der WEG-Verwaltung. In der Regel klären sich Unklarheiten wie im obigen Beispiel dann schnell.

Sie können als Mitglied der WEG die Jahresabrechnung auch anfechten. Dazu stehen wir Ihnen mit juristischem Rat zur Seite. 

Beachten Sie: Sowohl für die Zahlungsansprüche aus dem Wirtschaftsplan als auch für die Zahlungsansprüche in der Jahresabrechnung der WEG gilt eine Verjährung nach drei Jahren.  

Jahresabrechnungen sind eine bürokratische Notwendigkeit und gehören meist nicht zum Lieblingsthema von Wohnungseigentümern. Wir beraten Sie gern und unkompliziert zu allen Fragen rund um die Jahresabrechnung Ihrer WEG. Wenn nötig leiten wir gemeinsam mit Ihnen rechtliche Schritte ein.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Lassen Sie sich jetzt kostenlos beraten!